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Hohenheimer Feldtag, "Zuckerrübenernte im Wandel der Zeiten", 6. Oktober 2001
© Alle Fotos auf dieser Seite von Peter Jäger.
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Um 1900: Die Ernte erfolgt komplett in Handarbeit. Als Werkzeuge dienen Grabgabeln zum "Ausstechen" der Rübe. Sie wird von Hand aufgenommen, mit dem Köpfmesser von der Erde gereinigt und über dem Wagenrand das Blatt abgeschlagen. Das Rübenblatt wird zu dieser Zeit als Futtermittel für das Rindvieh dringend benötigt. Auch die Zugochsen (hier das Gespann der Hohenheimer Versuchsbetrieb) waren dankbare Abnehmer für das gehaltvolle Futter.
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Um 1920: Mit der Köpfschippe (ähnlich einer kleinen Schaufel mit einer scharfen Schneidkante) wurde das Blatt geköpft und nach der Seite abgeräumt. Die Rübenkörper werden nun, Reihe für Reihe, mit einem Rodepflug (Eisenpflug mit Radvorgestell) ausgepflügt. Der Rodepflug wurde von der Firma Petermann im westfälischen Warendorf gefertigt. |
Um 1940: Beim Pommritzer Ernteverfahren wurde Köpfen und Roden ebenfalls als getrennter Arbeitsgang durchgeführt. Bei der Demonstration wurde der torpedoförmige Köpfschlitten (im Bild links unten) zwischen zwei Rübenreihen von einem Pferdegespann gezogen. Links und rechts hinten, schneiden zwei waagrecht stehende Messer die Blätter der Rüben ab. Zwei Reihen werden gleichzeitig geköpft. Zwei mechanische Taster führen die Messer auf die richtige Köpfhöhe.
Der Schleuderradroder mit Rüberodegabel (von der Firma SCHMOTZER in Bad Windsheim) hebt in einer Reihe die Rüben an und wirft sie durch das zapfwellengetriebene Schleuderrad seitlich ab. Dabei erfolgt auch eine gewisse Trennung der Rübe vom Erdreich.
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Um 1950: Obwohl nach Angaben von Dr. Herrmann die Entwicklung von Zuckerrüben-Vollerntern ins Jahr 1938 zurück reicht, kam der grosse Durchbruch erst nach dem Ende des Krieges. Der Bunkerköpfroder KRS 2 von STOLL (etwa 1955) köpft, rodet und erntet das Blatt in einem Arbeitsgang. Der hier gezeigte Vollernter der "Frühzeit" benötigt einen Maschinisten zum Ansteuern der Rübenreihen und der Aggregate. Das Bunkervermögen ist bescheiden, weil auch die notwendigen Zugkräfte nicht zur Verfügung stehen. Wichtig war der eigene Blattbunker. Nach wie vor, war der Futterwert des Rübenblattes ein wünschenswerter Zusatznutzen. Die Ablage erfolgte immer haufenweise, wenn ein entsprechender Füllungsgrad erreicht war. Mit Geschick erreichte man dann sogenannte Querschwade (d.h. Schwaden die quer zur Ernterichtung lagen). Vor der Maschine liegt ein solcher abgesetzter Haufen, der den Anfang eines Querschwades bildet. |
1980: Der Bunkerköpfroder KLEINE 5002 erntete eine Reihe.
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1980: Zweiphasige Ernteverfahren für 6 Rübenreihen haben sich besonders in anderen europäischen Ländern eingebürgert. Dabei werden Köpfen und Roden von einer Maschine, und das Aufladen von einer oder mehreren weiteren Maschinen übernommen. Abgebildet sind die 6-reihigen Köpf- und Rodegeräte der Firma UNSINN, die den ersten Arbeitsgang ausführen. Der Köpfer ist in der Front-Dreipunkt, der Roder am Heck angebaut.
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Der Bunkerköpfroder STOLL V 202 erntet zwei Reihen über oszilliernde Polderschare, nachdem das Blatt durch rotierende Schlegel entfernt ist. Die Seiten- und Tiefenführung der Rodeorgane wird elektro-hydraulisch gesteuert. 4200 kg wiegt diese Maschine ohne Beladung. Der Bunker selbst fasst 6200 kg Rüben und wird über einen Kratz-Rollboden entleert. Die Übergabehöhe kann auf 1,65 bis 3,75 m eingestellt werden.
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In das Jahr 1977 reicht die Entwicklung der grossen 6 - reihigen Selbstfahrer - Vollernter zurück. Die deutsche Südzucker AG hat diese Entwicklung angefangen. Sie wurde dann von dem Unternehmen HOLMER konsequent weiter verfolgt. Der abgebildete "Terra-Dos" erreicht dabei Feld - Ernteleistungen um 120 t pro Stunde. Der Bunker fasst rund 20 t Rüben und ist in nur 60 Sekunden entladen. Der Preis für eine solche leistungsfähige Erntemaschine liegt um 500.000 DM. In Deutschland werden 80 % der Ernte mit solchen sechsreihigen Selbstfahrern geerntet.
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